Ein weiterer Meilenstein im Projekt „Befreiung durch Zerstörung: Die Flucht der Juden nach dem Bombenangriff auf Dresden“ war der Besuch der Gedenkstätte Theresienstadt in Tschechien.
Das Projektteam und fünf Jugendliche reisten am 25.01.2026 dorthin, um ihre Eindrücke und Erfahrungen in die anstehende Entwicklung eines Drehbuchs einfließen zu lassen.
Der Ort und die Festungsanlage sind ein eindrückliches Mahnmal für die Gräueltaten der Nationalsozialisten. Während der NS-Zeit diente Theresienstadt als Gestapo-Gefängnis, Konzentrationslager sowie als Sammel- und Durchgangslager für Jüdinnen und Juden, aber auch für Widerstandskämpfer:innen und andere von den Nationalsozialisten als „unerwünscht“ eingestufte Personen. Die meisten von ihnen wurden von dort in andere Konzentrationslager deportiert; viele starben jedoch bereits vor Ort an den katastrophalen Lebensbedingungen.
Einen Eindruck davon bekommt man, wenn man durch die Festungsmauern geht und einen Blick in die Zellen, Waschräume und andere Bereiche werfen kann. Wir hatten eine Führung durch die Festungsanlage gebucht und erhielten dabei viele Hintergrundinformationen sowie die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Im Anschluss gingen wir noch selbstständig durch die Stadt, die zur Zeit des Nationalsozialismus das Ghetto bildete. Nach einer kurzen Mittagspause besuchten wir außerdem das Ghetto-Museum, in dem zahlreiche Exponate und historische Dokumente zur Geschichte des Ortes ausgestellt sind.
Renate Aris, die für das Filmprojekt bereits interviewt wurde, sollte 1945 nach Theresienstadt deportiert werden. Durch die Bombenangriffe der Alliierten auf Dresden entkam sie jedoch dieser Deportation.
Mit den verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen des Projekts versuchen die Jugendlichen, ein möglichst umfassendes Bild dieser beeindruckenden Lebensgeschichte zu gewinnen und sie zugleich in ihren historischen Kontext einzuordnen.