Warme, dunkle Töne von Streichern erfüllten am 27. Februar den Chinesischen Pavillon in Dresden. Rund 80 Gäste waren gekommen, um einen Abend zu erleben, der Erinnerung, Musik und die Perspektive junger Menschen miteinander verband.

Eingeladen hatte der Dresdner Philharmoniker Rainer Promnitz. Zum Gedenken an den Holocaust und im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur 2026 stellte er ein Programm mit Werken jüdischer Komponisten zusammen. Ein Streichquartett spielte Musik von Gideon Klein und Viktor Ullmann – Komponisten, deren Leben und Werk eng mit der Geschichte der Shoah verbunden waren. Auch eine eigene Komposition von Promnitz erklang.

Die Sopranistin Sophie-Eleonora Weigel sang jüdische Lieder und rezitierte eindringlich Paul Celans „Todesfuge“. Für viele im Publikum wurde dieser Moment zu einem der bewegendsten des Abends.

Ein weiterer Höhepunkt war der Spielfilm „Wie will ich leben? Ab jetzt mit Chuzpe!“, entstanden in der Filmwerkstatt des Kolibri e.V. Jugendliche hatten das Drehbuch entwickelt und standen selbst vor und hinter der Kamera. Der Film erzählte von einer Schülerin in Dresden, die in der Gegenwart ihren eigenen Weg sucht und sich mit ihrer jüdischen Identität auseinandersetzt.

Vor der Vorführung stellte Kristina Daniels, Geschäftsführerin von Kolibri e.V., die Arbeit des Vereins vor, und Projektleiter Mario Weigel berichtete über die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Besonders eindrücklich sprach auch der junge Schauspieler Malik Bibiev über seine Erfahrungen während der Dreharbeiten.

Am Ende blieb der Eindruck eines berührenden Abends – einer Veranstaltung, die zeigte, wie Erinnerung, Kunst und junge Stimmen zusammenfinden konnten.

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