Ein wichtiger Baustein des Projekts „Befreiung durch Zerstörung: Die Flucht der Juden nach dem Bombenangriff auf Dresden“ sind die Berichte einer Jüdin, die den Holocaust und die Bombenangriffe auf Dresden überlebt hat. Renate Aris ist 90 Jahre alt, aber kann immer noch lebhaft und detailreich von ihrer Kindheit in der Nazi-Zeit und den Jahren danach erzählen. Das konnten die Schüler:innen und Teilnehmer:innen des Projekts am 04.12.25 im Gymnasium Luisenstift in Radebeul erleben.

Nach einer kurzen Einführung zum Projekt nahm uns Renate Aris mit in ihre Kindheit, die sie zu Kriegszeiten in Dresden erlebte. Wie ihre Familie durch Zufall 1945 der Deportation entging, die Bombenangriffe auf Dresden erlebte, sich durch die zerstörte Stadt kämpfte und schließlich mit falschen Papieren bei einer befreundeten Familie untertauchen konnte. Thematisiert wird auch, wie sich zuvor der Antisemitismus in Deutschland ausbreitete und die Judenverfolgung immer mehr zunahm, bis sie in den Pogromen mündete. Zur Veranschaulichung brachte Frau Aris sogar originale Judensterne, Lebensmittelmarken und ihre eigene Kennkarte mit.

Abschließend schildert Renate Aris noch kurz ihren weiteren Lebensweg. Vor allem die Freude, nach Kriegsende endlich eine Schule besuchen zu dürfen. Ihr beruflicher Werdegang führte sie nach Chemnitz und nicht zuletzt hat sie in ihrem unermüdlichen Einsatz als Zeitzeugin eine große aber sinnstiftende Aufgabe gefunden.

Die Fragen der Schüler*innen am Ende der Veranstaltung zeigen, wie interessiert diese sind und dass sie durchaus Parallelen zur heutigen Situation sehen. Auch Renate Aris sieht erschreckende Entwicklungen in der Erstarkung rechter Parteien und antisemitischer Einstellungen.

Wenn Berichte wie die von Renate Ares, also direkt von Überlebenden des Nazi-Regimes, dazu beitragen können, Antisemitismus und Faschismus im Keim zu bekämpfen, lässt uns so eine Veranstaltung doch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

Das gesamte Gespräch wurde aufgezeichnet und wird als Grundlage für das Drehbuch dienen, welches im Rahmen der Filmwerkstatt „Weltoffene Jugend“ entsteht.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner