Der 28. Mai 2017 würde für „Kolibri“ e.V. zu einem echt außergewöhnlichen Sonntag. Ensemble „Balalaika“ war an dem Tag Gastgeber für elf musikalische Jungtalente und ihre Leiterin aus Leipzig.

Musiker von 7 bis 15 Jahren spielen im Folklore-Ensemble „Sonnenschein“ (Leipzig) seit etwa einem Jahr. Vor der Gründung des Ensembles gab es jedoch Monate, Jahre Musikunterricht: Domra, Klavier und Gitarre spielen wurde den Kids beigebracht. Akkordeon im Ensemble spielt ein Elternteil,  Schnelltrommel schlägt das jüngste Teammitglied. Fürs Musikpädagogische und Organisatorische beim ganzen Prozess ist die unglaubliche Vera Eichler zuständig - eine Musikerin aus St. Petersburg, die schon seit 20 Jahren in Deutschland lebt.

Als Vera von der Existenz des Ensembles „Balalaika“ in Dresden erfahren hatte, verstand sie sofort die Einmaligkeit des Zufalls: Leipziger und Dresdner Jugend-Volksgruppen ergänzen sich einfach perfekt in ihrer Zusammensetzung. In Dresden gibt es Balalaikas, Blasinstrumente und vereinseigene Tanzgruppe "Zauberland"; in Leipzig - Domras, Gitarren und eine Gesangsgruppe!

Vera Eichler ist voll begeistert, wie leidenschftlich die Idee des Ensembletreffens von der Leiterin des Zentrums „Kolibri“ unterstützt wurde: schon beim ersten Telefonat zeigte sich Halyna Yefremova sehr engagiert.  Auch die Teenager aus Leipzig sind nicht weniger begeistert: gemeinsam spielen mit gleichaltrigen Kollegen von „Balalaika“ machte ihnen sehr viel Spaß. In der Rockszene nennt man solche Treffen und gemeinsames Musizieren ohne vorherige Proben „Jam Session“. Genau das geschah im Vereinsraum des Zentrums „Kolibri“ am letzten Mai-Sonntag. Beide Kollektive spielte auf gleich hohem Niveau und haben ihr Bestes gezeigt. Und obwohl die Repertoires sich nicht wiederholten, konnten Leipziger vor dem Treffen die Noten von den Dresdnern kennenlernen. Also war Jam Session sehr intensiv, lang und von hoher Qualität - aber auch lustig! Kinder tauschten ihre Adressen aus, und nun warten sehr auf nächstes Wiedersehen.

Auch die Leiter von beiden Seiten planen solche weiteren Treffen – und sogar nicht einfach Treffen. Halyna Yefremova und Vera Eichler würden gerne eine Neugründung eines zusammengeführten russischen Volksorchesters in Sachsen in die Wege leiten. Ob die Pläne  Realität werden, wird sich zeigen. Aber die Tatsache, dass diese beiden Teams sich  gefunden haben und sich dazu noch so unerwartet ergänzen - wie zwei Puzzleteile – ist es kein Phänomen?