Am 23. März 2016 verkündeten in Moskau die Außenminister Russlands und Deutschlands Sergej Lawrow und Frank-Walter Steinmeier die Vereinbarung über das Deutsch-Russische Jahr des Jugendaustausches 2016/2017.

„Das Jahr des Jugendaustausches soll dazu beitragen, eine positive Dynamik des Zusammenwirkens und der Kontakte zwischen den Zivilgesellschaften der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland zu sichern. Wir hegen den gemeinsamen Wunsch, dass die jungen Menschen aus unseren beiden Ländern verstärkt den direkten Kontakt zueinander finden und dadurch den Dialog und das Verständnis zwischen unseren Gesellschaften stärken. Gerade in politisch schwierigen Zeiten kommt es darauf an, ein sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit zu setzen. Vertreter der jungen Generation werden in absehbarer Zeit die Verantwortung für die Beziehungen zwischen unseren Ländern übernehmen. Die Veranstaltungen im Rahmen des Jahres zielen unter anderem auf die Vorbereitung zu einer erfolgreichen Erfüllung dieser wichtigen Aufgabe. Sie erlauben, die Horizonte der Zusammenarbeit zu erweitern und die Weichen für Verständigung, Dialog und weitere Annäherung zu stellen. Gleichzeitig sollen sie die vielfältigen Aktivitäten und Austauschmöglichkeiten im deutsch-russischen Jugendaustausch noch sichtbarer und bekannter machen und zu einer weiteren Vertiefung des Jugendaustauschs führen.“

Die Koordination aller Aktivitäten im Rahmen dieses Jahres liegt bei der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch in Deutschland und in Russland beim Russischen Koordinierungsbüro für den Jugendaustausch mit der Bundesrepublik Deutschland.

Vom 19. Juli bis 26 Juli 2016, im Rahmen des internationalen Bildungsprojekts "ART-Generation: Russland – Deutschland", werden Kinder- und Elternzentrum KOLIBRI e.V. und sein russischer Projektpartner - Jugendkunstschule 1 (Stadt Jekaterinburg) ein kreatives Feriencamp namens "Die Quellen" in der russischen Stadt Susdal veranstalten.

Eine Woche lang - vom 10. bis 18. Oktober 2015 - war die Gruppe von Jugendlichen aus dem Zentrum "Kolibri" zu Besuch in der russischen Stadt Jekaterinburg. Zur Krönung ihres Aufenthaltes wurde Einweihung einer neuen "Bunten Brücke", die sie gemeinsam mit Schülern der Kinderkunstschule №1 gebaut haben. In Jekaterinburg gibt es mehr als 30 Brücken verschiedener Konstruktion und Zeiten, aber unsere Brücke, im Gegensatz zu den anderen, wurde aus Treffs und gemeinsamen Veranstaltungen, Tee-Abenden, Gesprächen, Workshops, Lächeln und Tränen gebaut - aus Allem also, was internationalen Jugendaustausch so ausmacht.

Internationale Brücke der Freundschaft zwischen unseren Städten, die für kulturelle Zusammenarbeit steht, ist 4.000 km lang, 5 Jahre breit, hielt mehr als fünfhundert Teilnehmer; und die Zahl der Kulturveranstaltungen und künstlerischer Projekte steigt vom Jahr zu Jahr.

Mit beiden Nationalhymnen - deutsch und russisch, gespielt vom Projektteilnehmer, Orgelspieler aus Deutschland Tom Adler - begann die Abschlussveranstaltung diesjährigen Teilprojektes. Am Vortag gebautes Modell der "Bunten Brücke der Kommunikation, die vereint" wurde mit farbigen Satinbändern umwickelt - als Symbol für die Flaggen von Russland und Deutschland. Projektträger übergaben Diplome an alle Teilnehmer, es wurden Geschenke ausgetauscht.

Konsul des Deutschen Generalkonsulats in Jekaterinburg Ludwig Neudorfer betonte die Bedeutung des Jugendaustausches zwischen Russland und Deutschland und wünschte den jungen Künstlern eine lange Freundschaft und neue kreative Erfolge.

Internationaler Jugendaustausch mit Russland

Jugendaustausch

Internationales Bildungsprojekt "ART-Generation: Russland – Deutschland": Leitsätze

Projektziel: Schaffung günstiger Bedingungen für die Entfaltung künstlerischer Persönlichkeiten begabter Kinder im Bereich der Kunst und Kultur durch eine Verbindung verschiedener Kunstarten und internationale Kontakten.

Strategische Aufgaben das Projekts:

- Erhaltung der kulturellen Erfahrungen und Traditionen der russischen Kunstausbildung des immateriellen Erbes Russlands und Förderung der Ergebnisse auf internationaler Ebene;
- Entwicklung des künstlerischen Potentials begabter Kinder Jekaterinburgs, Sicherung des gleichmäßigen Zugangs verschiedener sozialer Schichten zu den Schätzen der Weltkultur;
- Erziehung der heranwachsenden Generation im zivilen und patriotischen Geiste, Sicherung der künstlerischen Freiheit;
- Erhalt des hohen Ansehens der russischen Ausbildung im Kulturbereich im Ausland und Erweiterung der internationalen kulturellen Zusammenarbeit;
- Anwendung innovativer Unterrichtsmethoden im Lernprozess der Kunstschulen Jekaterinburgs und Kennenlernen des Bildungssystems in Deutschland

Taktische Aufgaben des Projekts:

- Schaffung der Bedingungen für die Erhöhung der Qualität in Kultureinrichtungen und Erweiterung des Angebots im Kulturbereich;
- Erarbeitung eines reichhaltigen und komplexen Programms einer Kreativschule für Kinder anderer Kunstrichtungen (Musik, Folklore, Theater, Choreographie)
- Durchführung der zweiten Staffel der Kreativschule für begabte Kinder der Kunstschulen Jekaterinburgs im Kinder- und Elternzentrum „Kolibri“ (Dresden, Deutschland);
- Erarbeitung eines Reisezyklus für internationale Reisen mit Erweiterung der Reiseziele.

Erwartete Endergebnisse und Indikatoren der sozialwirtschaftlicher Effizienz nach der Durchführung das Projekts:

- Entstehung der Partnerbeziehungen zwischen den Schulen Jekaterinburgs und Dresdens;
- Interesse an einer fremden Kultur,
- Kennenlernen der Kultur eines anderen Volkes und der Objekte der Weltkultur;
- Eine Konzert- und Ausstellungsreihe;
- Künstlerische Entfaltung der Schüler der Kunstschulen auf internationaler Ebene;
- Erfahrungen im persönlichen Austausch, der Selbstidentifikation und als Ergebnis gegenseitige
Bereicherung der Jugendlichen verschiedener Länder,
- Entwicklung der Toleranz in der Welt der Globalisierung;
- Stärkung der Rolle der Kultur bei der jungen Generation des Urals.

Sozialer Effekt der Kulturtätigkeit des Projekts:

- Schaffung von günstigen Bedingungen für vielfältige künstlerische Tätigkeit;
- Erweiterung des Angebots und Zugänglichkeit des Kulturangebots und der Information über Kunst und Kultur für die Bevölkerung;
- günstigen Bedingungen zur Integration der russischen Kultur in den internationalen Kulturprozess, Erschließung neuer Formen und Richtungen des Kulturaustausches;
- Gewährleistung der Konkurrenzfähigkeit der begabten Kinder bei der künstlerischen Berufswahl, auch auf internationaler Ebene, Entwicklung der ästhetischen Erziehung der Jugendlichen;
- Durchführung von künstlerischen Aktivitäten mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Dieses Projekt dient der Stärkung und Entwicklung des künstlerischen Bildungssystems im Föderalgebiet Ural, dem Erhalt und der Weiterentwicklung der besten Traditionen des russischen Bildungssystems im Bereich Kultur, der Optimierung des Entdeckungs- und Unterstützungsprozesses der begabten Kinder und Jugendlichen, der Förderung ihrer weiteren Entwicklung.

Präsentation des Projektes hier herunterladen

Das internationale Bildungsprojekt "Art-Generation: Deutschland - Russland" feiert sein 5-jähriges Bestehen.

Mit einer Vernissage in Jekaterinburg, wo die besten Arbeiten von Teilnehmern sommerlicher Pleinairs in Dresden, Susdal und St. Petersburg zur Schau gestellt worden waren, wurde auch das nächste Teilprojekt des deutsch-russischen Jugendaustausches miteröffnet. "Bunte Brücken verbinden" - so lautet das Thema der Begegnungen im Oktober 2015.

Im Monemt sind auch Jugendliche aus Sachsen in der Kinder-Kunstschule №1 in Jekaterinburg zu Besuch. Diese kreative Reise, die vom 10. bis zum 18. Oktober verlaufen wird, verspricht jede Menge Spaß, Aktivitäten und kreative Workshops. Darunter sind z.B. die Teilnahme an der 3. Uralscher Industrie-Biennale für zeitgenössische Kunst, ein Besuch der Ausstellung "Bergwelt Urals", das Quest-Spiel "Deutsche Jekaterinburg" und zahlreiche Workshops für Herstellung historischer Kostüme, für Keramik, Cartoons und bildende Kunst.

Kinder- und Elternzentrum KOLIBRI e.V., das fürs Projekts von der deutschen Seite her verantwortlich ist, verfügt über langjährige Erfahrung im internationalen Jugendaustausch. Diese Arbeit wird von dem Jugendamt der Landeshauptstadt Dresden, der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (Hamburg) unterstützt.

Deutsch - russisches Methodenseminar Erinnerung an den 2. Weltkrieg im Austausch:  Zugänge entwickeln – Geschichten erzählen – Gemeinsame Erinnerung ermöglichen

Vom 24.08.2015 bis zum 28.08.2015 fand in Schönbrunn bei München das  Methodenseminar i.R. der Themenjahre „70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges: Jugendaustausch – Verständigung – gemeinsame Zukunft“ statt. Organisiert wurde dieses von der  „Stiftung Deutsch Russischer Jugendaustausch“. Vier Tage diskutierten und entwickelten Partner aus verschiedensten Städten Russlands und Deutschlands gemeinsame Ideen für zukünftige Projekte.

Bericht Tag 1, 25.08.2015

Mithilfe ausgewählter Methoden finden sich bereits bekannte Teilnehmer wieder zusammen und neue Kontakte können geknüpft werden. Erste Diskussionen zu gewissen Thesen finden innerhalb von Kleingruppen statt und werden im gemeinsamen Plenum ausgewertet. Thema dabei ist neben der allgemeinen Arbeit im Jugendaustausch vor allem, wie wir die Vergangenheit in unsere heutige Arbeit einfließen lassen können und wie wichtig die Auseinandersetzung mit dieser ist. Auf großen Schautafeln werden die Ergebnisse der Kleingruppen festgehalten und weiter diskutiert. Am Abend hört die Teilnehmerschaft einen Vortrag über das Euthanasieprogramm T4 in Schönbrunn zu Zeiten des Nationalsozialismus.

Bericht Tagt 2, 26.08.2015

Am Morgen beschäftigen wir uns mit der Frage, wer erinnert, was erinnert, wie erinnert man und auch damit, welche Bedeutung kollektive und individuelle Erinnerungen haben. Wir hören dazu einen Fachvortrag von Frau Dr. Birgit Schwelling (Historikerin, Politikwissenschaftlerin). Anschließend folgt eine Exkursion zur Gedenkstätte Dachau. Geteilt in zwei Gruppen erleben wir auf unterschiedliche Weise diesen besonderen Ort. Die Möglichkeit zur Diskussion und zum Dialog bietet sich uns im Anschluss an die Führung vor Ort und später am Abend auch im Seminarraum. Am Abend erfolgt dann auch ein produktives Gespräch mit unseren Partnern der Kinderkunstschule Nr.1 P. P. Tschistjakow in Jekaterinburg und möglichen neuen Partnern aus Wladimir über zukünftige Projekte.

Bericht Tag 3, 27.08.2015

Am Morgen hören wir einen Vortrag zum Thema Geschichtsdidaktik von Prof. Dr. Felix Hinz. Angesprochene Schwerpunkte dabei sind interkulturelle Kompetenzen und sogenannte heiße Eisen in der Geschichte unserer beiden Länder. Anschließend stürzten wir uns in die Projektarbeit in Kleingruppen zum Seminarthema. Es folgt die gegenseitige Vorstellung und Auswertung der Projektideen.  

Bericht Tag 4, 28.08.2015

Der letzte Tag beginnt mit einer Einführung in die Software „Adobe connect“. Sogenannte Webinare, Seminare via Internet, sind mit diesem Programm möglich. Vor dem offiziellen Ende des Methodenseminars reflektieren wir mithilfe von Auswertungsmethoden unsere gemeinsame Woche und ziehen ein Fazit.  

Kontakte

Ivan Nizovtes / Eurowerkstatt Jena e.V., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mascha Isaeva (Маша Исаева), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Vladimir, Euroclub, College für Technologie
Anna Kulakova / EJBW Weimar / Euroclub, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!